Tutorial: Geo-Tagging mit Apple Aperture quick and dirty

Bisher war mir das Thema Geo-Tagging immer etwas suspekt, aus zweierlei Gründen: 

  • benutzt man ein dezidiertes Geo-Caching-Gerät ist dies zwar vergleichsweise günstig, man hat jedoch ein weiteres Gerät, dass ständig mitgeschleppt werden will und anschließend müssen die Fotos der Kamera mit den Daten auf dem Gerät zusammengefügt werde, was nicht unbedingt in jeden Workflow passt.
  • benutzt man ein Dongle für die Kamera ist zwar der Vorteil gegeben, dass die GPS-Daten direkt in das RAW-File geschrieben werden, aber zumindest die Optionen von Nikon verbrauchen schnell die Batterieleistung der Kamera, sind nach einem Stand-By sehr langsam im finden der neuen GPS-Position und belegen den 10-poligen Anschluss der Pro-DSLRs den man gemeinhin für ein Kabelauslöser braucht.


Während meines letzten Bodensee-Trips mit meinem Vater konnte ich eine weitere Option ausprobieren, zu der ich ein kleines Tutorial geschrieben habe. Ich benutze dazu Apple Aperture und ein iPhone, ähnliche Möglichkeiten wird es jedoch auch bestimmt in Lightroom geben. Hier vier kleine Schritte:

  • Erster Schritt: erstellt - an euch wichtigen Zielen oder Fotolocations - ein Referenzfoto mit eurem iPhone, dieses bettet die später benötigten GPS-Koordinaten direkt in die JPEG-Datei ein. Importiert nach eurer Reise/Shooting sowohl die Fotos eurer Kamera als auch des iPhones und sortiert die Aufnahmen nach Datum, so sollten Referenzfoto und DSLR-Foto zusammen erscheinen (iPhone links, D200 rechts).
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  • Zweiter Schritt: ruft das Extrahieren-Tool über "Shift-O" auf und übernehmt die GPS-Koordinaten des Referenzfotos.
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  • Dritter Schritt: übertragt die GPS-Daten auf das Foto eurer Wahl, in dem Ihr auf "Für ausgewählte Bilder übernehmen" anklickt.
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  • Vierter Schritt: fertig, die GPS-koordinaten sind nun in die Meta-Daten eures DSLR-Fotos integriert.
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Die Vorteile liegen auf der Hand: ein Smart-Phone besitzt heutzutage fast jeder, die Aktion lässt sich auch für mehrere Fotos gleichzeitig anwenden und es fallen keine extra Kosten für ein dezidiertes GPS-Gerät an (sei es extern oder an der Kamera).

Auf einigen Internet-Seiten wird davor gewarnt Meta-Daten im Nachhinein mit GPS-Daten zu versehen, hier kommt m.E. der Apple-Vorteil zum tragen. Mit iPhone und Aperture hat man integriertes System, es gibt also keine Software-Unverträglichkeiten. Dank des nicht-destruktives Arbeitens von Apples Aperture kann innerhalb eines Klicks ein neues Foto vom original Master gezogen werden, denn die Anpassung der Meta-Daten erfolgt vorerst "virtuell". Erst wenn ein JPEG exportiert wird werden die neuen Meta-Daten "hart" in die Datei eingebettet.

Ich hoffe dieses Tutorial hilft euch, bei Fragen oder Verbesserungsvorschlägen sendet mir einfach eine Email :)